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Wissen · Erstgespräch

Drei Ergebnisse, kein Code

Bevor eine Zeile gebaut wird, bekommen Sie drei kurze Unterlagen. Sie lesen sie, Sie geben sie frei — oder eben nicht. So sieht das an einem echten Fall aus.

Drei Ergebnisse, die Sie lesen und freigeben

Aus dem Erstgespräch entstehen drei kurze Unterlagen. Sie lesen alle drei und sagen „ja, genau das“ oder „nein, so nicht“. Erst dann wird gebaut.

1. Problembeschreibung

Höchstens eine Seite: Wer nutzt es, was brauchen die Nutzer wirklich, wie fühlt sich eine gute Lösung an, welche Grenzen gelten.

2. Delegationsplan

Sechs Bauphasen, und für jede: arbeitet die KI allein und wir prüfen, arbeiten Mensch und KI zusammen, oder entscheidet die KI in festen Grenzen selbst.

3. Abnahmetests

Fünf bis sieben Sätze, an denen ein Fremder prüfen kann, ob das Ergebnis taugt. Nicht erfüllt heißt: nicht abgenommen.

Kein Code, keine Fachbegriffe, keine Angebotsprosa. Wer die drei Unterlagen gelesen hat, weiß, was gebaut wird, was es nicht wird und woran man hinterher misst, ob es sich gelohnt hat.

Ein Beispiel: „Wo bleibt meine Bestellung?“

Ein Händler für Baustellenbedarf verschickt direkt vom Hersteller. Kunden rufen an oder schreiben, um zu erfahren, wann die Ware kommt. Mehr wurde uns am Anfang nicht gesagt. So sehen die drei Ergebnisse dazu aus.

Wer sind die Nutzer?

Nicht „Kunden“. Konkret: Handwerker, die einen Montagetermin an die Lieferung hängen und deshalb tageweise planen müssen. Privatkunden, die nachmittags nachsehen, ob sie morgen zu Hause sein müssen. Die Bürokraft, die heute jede Anfrage von Hand beantwortet und dafür beim Hersteller und bei der Spedition nachfragt. Der Inhaber, der wissen will, wie viele Sendungen gerade hängen. Und Hersteller und Spedition, die die Daten liefern, aber die Lösung nie zu sehen bekommen.

Was brauchen sie wirklich?

Keine „Sendungsverfolgung“. Der Handwerker braucht ein verlässliches Datum, um einen Termin zu machen. Der Privatkunde braucht die Gewissheit, nichts zu verpassen. Die Bürokraft braucht, dass die Frage gar nicht erst bei ihr landet. Der Inhaber braucht die Sicherheit, dass keine Sendung unbemerkt liegen bleibt.

Wie fühlt sich eine gute Lösung an?

Der Kunde tippt am Handy Bestellnummer und Postleitzahl ein und sieht nach zehn Sekunden: „Voraussichtlich Donnerstag, 18. September, Spedition, Avis per Telefon am Vortag.“ Kein Konto, keine App. Ändert sich das Datum, erfährt er es per E-Mail, bevor er nachfragen muss. Die Bürokraft sieht morgens nur noch die drei Fälle, bei denen die Daten nicht zusammenpassen.

Welche Grenzen gelten?

Budget im niedrigen vierstelligen Bereich, kein IT-Mitarbeiter im Betrieb. Die Speditionsdaten kommen als E-Mail und PDF, nicht als Schnittstelle. Der Shop läuft auf WooCommerce. Kundendaten dürfen den Betrieb nicht verlassen. Bestellnummer plus Postleitzahl müssen als Zugang reichen, sonst nutzt es niemand. Kein Lieferdatum darf geraten werden: Was nicht aus Hersteller- oder Speditionsdaten stammt, wird nicht angezeigt.

Der Delegationsplan zum Beispiel

BauphaseWer arbeitet wieWarum
1 Problem verstehenZusammenarbeitDie Fragen stellen wir, die Antworten hat der Kunde. Die KI schreibt mit, fasst zusammen, findet Lücken.
2 Zerlegen und planenZusammenarbeitDie KI schlägt die Zerlegung vor, wir entscheiden Reihenfolge und Grenzen.
3 BauenAutomatisierungDie KI baut, wir lesen und prüfen jede Änderung.
4 Prüfen und testenHandlungsspielraumDie KI darf Testfälle selbst erzeugen und auf der Testumgebung laufen lassen, so oft sie will. Am Livesystem rührt sie nichts an.
5 AusliefernZusammenarbeitDie KI bereitet den Livegang vor, ein Mensch gibt frei, ein zweiter nimmt ab. Nur im Wartungsfenster, immer mit Rückweg.
6 Betreiben und beobachtenHandlungsspielraumDie KI beantwortet Statusanfragen selbst, aber nur bei eindeutiger Zuordnung. Alles andere legt sie der Bürokraft mit Vorschlag vor.

Die Abnahmetests zum Beispiel

  1. Ein Kunde mit einem einfachen Smartphone sieht mit Bestellnummer und Postleitzahl in unter 30 Sekunden den Stand — ohne Konto, ohne App.
  2. Ändert die Spedition das Lieferdatum, bekommt der Kunde innerhalb von 15 Minuten genau eine E-Mail. Nie zwei für dieselbe Änderung.
  3. Eine Anfrage mit eindeutiger Zuordnung wird innerhalb von 10 Minuten automatisch beantwortet. Ohne eindeutige Zuordnung geht keine Antwort raus; die Anfrage liegt mit Vorschlag im Postfach der Bürokraft.
  4. Kein angezeigtes oder verschicktes Lieferdatum stammt aus einer anderen Quelle als den Hersteller- oder Speditionsdaten. Fehlen die Daten, steht dort „noch keine Angabe, wir melden uns“.
  5. Eine falsche Kombination aus Bestellnummer und Postleitzahl zeigt nichts an. Nach drei Fehlversuchen ist die Abfrage für diese Verbindung 15 Minuten gesperrt.
  6. Fällt die Datenquelle aus, zeigt die Seite keine alten Daten als aktuell an, und das Büro bekommt innerhalb einer Stunde eine Meldung.
  7. Nach acht Wochen sind die Anrufe und E-Mails mit dieser Frage von heute X pro Woche auf höchstens Y gesunken.
Der einzige Satz, den Sie liefern müssen

Der siebte. X ist Ihre heutige Zahl. Ohne sie gibt es hinterher keinen Beweis, dass sich die Sache gelohnt hat — und wir würden uns an etwas messen lassen, das niemand kennt.

Fällt beim Schreiben der Abnahmetests auf, dass eine der fünf Linsen keinen einzigen Test hat, fehlt etwas. Im Beispiel deckt nur der siebte Satz die dritte Linse ab — ob das richtige Problem gelöst wurde. Das ist knapp, aber richtig: Das zeigt sich nur an der Zahl, die Sie selbst liefern.

Was das Gespräch kostet und wie lange es dauert

Das Erstgespräch selbst kostet nichts. Vorher schicken wir Ihnen einen Fragenbogen, den Sie in zehn bis fünfzehn Minuten ausfüllen; danach wissen wir, was Sie betreiben, wo KI bei Ihnen schon läuft und wo die Lücke ist.

Bis die drei Unterlagen vorliegen, vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen. Ob daraus ein Auftrag wird, entscheiden Sie danach — mit drei Unterlagen in der Hand statt mit einem Angebot voller Fachbegriffe.